Um den Begriff “Kapital im volkswirtschaftlichen Sinn” genau einordnen zu können, muss zuerst erklärt werden, was “Kapital” und was “Volkswirtschaft” bedeutet.
Im herkömmlichen Sinn wird unter Kapital zumeist das Vermögen bzw. Geldvermögen einer Person verstanden.
Unter dem Begriff Volkswirtschaft werden alle wirtschaftlichen Prozesse innerhalb eines Landes und alle wirtschaftlichen Außenbeziehungen des betreffenden Landes verstanden – d.h. die Gesamtheit aller wirtschaftlichen Aktivitäten eines Volkes. Wirtschaften bedeutet Entscheidungen zu treffen über die Produktion von Gütern, über den Einsatz der Mittel, die zu dieser Produktion verwendet werden, und die arbeitsteilige Koordination und Erstellung dieser Güter. Da Güter und Produktionsfaktoren nur in begrenzten Mengen verfügbar sind, müssen Wahlentscheidungen über die effizienteste und effektivste Verwendung getroffen werden.
Der volkswirtschaftliche Gütererstellungsprozess wird als eine Faktorkombination und ein Umformungsprozess der Produktionsfaktoren Arbeit, Boden und Kapital angesehen.
Diese volkswirtschaftlichen Grundfaktoren und ihr Einsatz gelten als die Quelle der Produktion und des Wohlstandes einer Volkswirtschaft.
Der Begriff des Kapital im volkswirtschaftlichen Sinn ist weit gefasst. Hierunter werden alle Hilfsmittel, Geräte und Maschinen verstanden, die am Produktionsprozess beteiligt sind, bzw. ihn erst möglich machen. In der Wirtschaftswissenschaft existieren verschiedene Auffassungen, darüber was alles in die Definition des Begriffs “Kapital im volkswirtschaftlichen Sinn” integriert werden sollte.
So tendieren die einen Vertreter dazu, den Begriff auf die tatsächlichen Realbestände an Werkzeugen, Maschinen und Fabriken zu begrenzen, während andere auch die Innovationen und den technischen Fortschritt, als bedeutenden Wohlstandsfaktor hinzuzählen. Andere Meinungen sehen den technischen Fortschritt als eigenständigen Faktor an.
Geld wird in der Volkswirtschaftslehre zumeist nicht als Kapital angesehen, aber einige Vertreter tendieren dazu auch Geldkapital als Verfügungsmacht über reale Tatbestände mit der Möglichkeit der Investition zu sehen. In engster Sichtweise ist das Kapital im volkswirtschaftlichen Sinn auf die realen Hilfsmittel begrenzt, im weitesten Sinn wird alles zum Kapital dazu gerechnet, was der Volkswirtschaft neben den Faktoren Arbeit und Boden als Quelle des Wohlstandes dient.

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