Anschlussfinanzierungen

Der Begriff der Anschlussfinanzierung beschreibt nicht eine Kreditart, sondern steht in Beziehung zur Verlängerung eines bestehenden Kredites bei der bisherigen Bank oder der Ablösung dieses Kredites durch einen neuen Kreditgeber. Meist sind Anschlussfinanzierungen im Bereich von Immobiliendarlehen zu finden, da die ursprüngliche Zins- und Konditionenfestlegung meist nur einen Zeitraum zwischen 5 und 15 Jahren umfasst und zu diesem Zeitpunkt eine vollständige Rückzahlung der Immobilie noch nicht erfolgt ist.

Hierbei kann der Kreditnehmer mit Abschluß einer Anschlussfinanzierung kurz bis vor dem Zeitpunkt warten, an dem der bisherige Kredit neu verhandelt wird oder sich quasi auf Vorrat eine neue Finanzierung organisieren. Die Lösung des Abwartens hat den Vorteil, dass man zum Zeitpunkt der Neuverhandlung genau weiß, wie hoch der noch zu finanzierende Betrag ist und man vielleicht noch eine Sondertilgung leisten kann. In diesem Fall wird dann die Vertragsverhandlung mit den aktuell geltenden Zinssätzen und der aktuellen Bonität des Schuldners durchgeführt. Hierbei lohnt es sich zusätzlich zu der Anfrage bei der bisherigen Bank sich im Internet zu informieren und möglichst noch zwei oder drei weitere Kreditanfragen zu starten, um die Konditionen zu vergleichen. Dabei sollte daran gedacht werden, dass bei einem sechsstelligen Ausgangsbetrag schon eine Zinsdifferenz von nur 0,5 % eine monatliche Mehrbelastung von mehr als 40 Euro hervorruft. Wer steigende Zinsen zu dem Zeitpunkt befürchtet, zu dem er die Anschlussfinanzierung vornehmen möchte, der kann schon einige Monate vorher dieses Verlängerungsgeschäft abschließen. Bei einem sog. “Forward”-Darlehen werden schon heute die Konditionen für einen Vertrag erst in einigen Monaten geschlossen, diese gelten aber unabhängig von einer Zinsveränderung. Für diese Sicherheit muss ein kleiner Aufschlag in Kauf genommen, der sich aber angesichts einer möglichen Leitzinserhöhung relativiert.

Manchmal hört man diesen Begriff auch bei der Umschuldung von Dispokrediten in einen günstgeren Konsumentenkredit mit dem Ziel der erheblichen Zinsverbilligung. Hier sollte allerdings eher von einer Umschuldung gesprochen werden, denn von einer Anschlussfinanzierung. Denn der ursprüngliche Dispokredit ist ja nicht beendet oder abgelaufen, er wird lediglich auf Kundenwunsch umgeschuldet.

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1 Kommentare.

  1. Bei dem Abschluss eines Forward-Darlehens werden die aktuellen Zinsen für den Anschlussvertrag nach der Zinsbindungsfrist festgeschrieben. So kann sich der Kreditnehmer bereits Jahre vor Ablauf dieser Frist, in Erwartung steigender Zinsen, günstige Konditionen sichern und somit seine Kosten für das Restdarlehen reduzieren.

    Zur Zeit sind Forward-Darlehen recht günstig zu haben. Die Aufschläge sind im Schnitt gesunken und einige Anbieter vergeben sogar Verträge, für die sie gar keinen Zinsaufschlag verlagen. Der Grund dafür liegt in der momentan inversen Zinsstruktur – Sparer erhalten für kurzfristige Geldanlagen gleiche oder sogar höhere Zinsen als für langfristige.

    MfG Kati L.

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